Archive for May, 2007
Beschäftigungstherapie, part one
Gute Idee: ins Burgtheater gehen und sich den Reigen anschauen (alleine schon die “Leg’s zu dem Hut-Szene” wäre kultverdächtig).
Schlechte Idee: dieses bei 30 Grad Celsius zu tun.
eine typische Wiener Geschichte
Nun, geht man zur frühabendlichen Stunde nichts böse wollendes ein Eis essen am Schwedenplatz (ja beim echten Schwedenplatz) und gelangt plötzlich in ein open-air-gratis-Konzert; 2 Mädels auf einem Minibusdach - eine mit Bass, eine mit Gitarre in der Hand und hört denen eine Weile zu. Dann bemerkt man die ersten bekannten Gesichter, im kleinen, aber erlesenen Publikum (der Rest glaube ich war weniger der Musik wegen dort). Und heute hab ich zufällig, bei der wöchentlichen Email/Sortier/Löschroutine einen Newsletter entdeckt der dieses spontante Konzert angekündigt hat (was dann wohl weniger spontan war, als ich vermutet habe). Immerhin weiß ich jetzt wer diese Band eigentlich ist. Das wäre jetzt zwar eine typische Geschichte, aber noch keine wienerische. Denn als ich auf die their-space-seite geschaut habe, sind noch mehr (mir) bekannte Leute unter ihren Freunden als ich gestern im Publikum entdeckt habe. Und das machts wieder so typisch wienerisch.
aus aktuellem Anlass (UEFA Championsleague)
Eigentlich fällt mir nichts ein was mich noch weniger interessiert als Fußball; trotzdem hab ich mir gerade eben das Finale angeschaut (waren sogar einige bekannte Namen dabei; vor allem weil man in Pubs ganz gerne mit Fußball beschallt wird wenn man ein gemütliches Bier trinken will…) und hab jetzt noch mehr Fragezeichen über meinem Kopf als vorher. Ich frage mich wie sich das vereinbaren lässt: eine Unicef-Schleife am Oberarm und vorher dem Gegner so richtig das Haxl stellen? Und warum sich die ganze Mannschaft immer auf einen Haufen werfen muss nach dem Spiel? Ich stell mir wirklich schöneres vor als unter 10 verschwitzten Männern zu liegen…
zum Thema Technisierung
Fast jeder fünfte Mensch ist online. Vier von diesen Fünf haben nicht die geringste Ahnung was sie tun sollen, wenn sie mal was verstellt haben und es deshalb mal wieder nicht funktioniert. Ich weiß wovon ich spreche…
unsere kleine Farm…
Nicht alle Pickerl auf Kofferraumklappen von Autos sind witzig; manche sind sogar stumpfsinnig - dort prangt dann entweder ein “Kevin on Board” oder ein “ich bremse auch für Maikäfer”. Wenn schon Aufmotzen, dann bitte richtig, und zwar so:

Bauvorhaben
Das kommt raus, wenn man ein Formular ausfüllen muss, dass irgendwie nicht zur Sache selbst passt.
Fassen wir das mal zusammen: Der Gartenbezirk 1 versucht ziemlich planlos innerhalb von einem recht wagen Zeitraum den Rasen in einer Hundezone zu revitalisieren. 1. Wozu? 2. Gutes Gelingen!
Ablaufdatum
Nur gut, dass diese Soße noch ein bißchen haltbar ist:

Durch die Blume mit dem Handy
Schild für Payboxuser an einem Zigarettenautomat im Neunten. Das nenn ich mal Anti-Raucher-Kampagne.

die “Jungen”…
Ich habe auf Anraten das Buch “Herr Kukas Empfehlungen” von Radek Knapp gelesen und bin wiedermal in meiner Meinung bestätigt worden, dass mir die Österreicher eigentlich am Liebsten sind. Literarisch zumindest. Warum?
Ums bei einem kurzen subjektiven literarischen Vergleich zu belassen, steck ich jetzt mal einfach alle Schreiberlinge in einen geografischen Sack: Die jungen Franzosen sind mir einfach zu morbid und kalt (teilweise auch zu pervers), vielleicht aber versteh ich den Humor einfach nicht; ich hab sie vor einigen jahren weggelegt und seitdem nicht mehr angegriffen. Ich hab auch nicht vor ihnen in der nächsten Zeit noch eine Chance zu geben. Die Deutschen? Auch wenn sie auf der Suche nach dem perfekten DDR-Roman sind (was ihnen ja meistens unterstellt wird), die Essenz kommt irgendwie immer witzig und leicht daher; gefallen mir schon besser; einige sogar wirklich gut; und die Österreicher? Melancholisch, aber trotzdem nicht die härteste Kost ever. Und irgendwie fühl ich da am meisten zu Hause. Interessant wär jetzt ob ich, wenn ich Frankreich geboren wäre mehr mit den (d)ort(s)-ansässigen Autoren anzufangen wüßte.