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Archive for the ‘lesbares’ Category

Indien - Timmerberg

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Ein Arbeitskollege (Danke P) hat mir Helge Timmerbergs Buch “Shiva Moon” geliehen, weil mir der Humor gefallen könnte. Und wie recht er hat.
Herr Timmerberg schreibt zwar über eine Reise durch Indien, was ich zwar generell nicht so spannend finde, aber, und da hat P recht, der Schreibstil des Herrn Timmerberg trifft genau meinen Geschmack - so in dem Sinn: der Dalai Lama ist erleuchtet, und Erleuchtete verspüren keinen Schmerz; deshalb kann man ihm auch nicht glauben wenn er meint der Zahnarzt sei gut. Helge Timmerberg ist kein Typ der sich dem spirituellen Glauben hingibt, er dekonstruiert also mehr oder weniger den Indienmythos, baut allerdings im Zuge seiner Erzählung ein Image auf, das, recht amüsant, wirklich Lust auf Indien macht - zumindest sein Indien. Soviel zu diesem Buch. Jetzt liegt es in der Sache selbst, dass ein Buch das nächste von selben Autor verlangt - zumindest wenn sie mir gefallen. Das hat zur Folge, dass der Paketzusteller schon jedesmal lacht, wenn wir uns sehen - was derzeit fast täglich vorkommt; der positive Effekt dabei ist, dass er keinen Ausweis mehr verlangt, wenn er mir meine Amazon-lieferung in die Hand drückt. Heute wars ein weiteres Timmerberg-buch: “Tiger fressen keine Yogis”. Und wenn ich schon weder Zeit noch Geld habe auf längere Reisen zu gehen, ist das glaub ich ein ganz guter Ersatz.

Written by mo

August 21st, 2008 at 9:27 am

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“Dem Volke dienen”

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In der Rückschau erscheint das Leben eines Menschen oft als eine ziemlich seichte Angelegenheit ohne tiefgriefende Widersprüche oder einen tieferen Sinn. Komplex ist es eher aus der Sicht des Autors, der darüber berichtet, als in der Wahrnehmung des Betroffenen selbst. Komödien sind meist einfach gestrickt und ohne allzu großen Tiefgang…
[Yan Lianke, "Dem Volke dienen", S67]

Written by nuechtern

July 14th, 2008 at 8:43 am

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die “Jungen”…

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Ich habe auf Anraten das Buch “Herr Kukas Empfehlungen” von Radek Knapp gelesen und bin wiedermal in meiner Meinung bestätigt worden, dass mir die Österreicher eigentlich am Liebsten sind. Literarisch zumindest. Warum?
Ums bei einem kurzen subjektiven literarischen Vergleich zu belassen, steck ich jetzt mal einfach alle Schreiberlinge in einen geografischen Sack: Die jungen Franzosen sind mir einfach zu morbid und kalt (teilweise auch zu pervers), vielleicht aber versteh ich den Humor einfach nicht; ich hab sie vor einigen jahren weggelegt und seitdem nicht mehr angegriffen. Ich hab auch nicht vor ihnen in der nächsten Zeit noch eine Chance zu geben. Die Deutschen? Auch wenn sie auf der Suche nach dem perfekten DDR-Roman sind (was ihnen ja meistens unterstellt wird), die Essenz kommt irgendwie immer witzig und leicht daher; gefallen mir schon besser; einige sogar wirklich gut; und die Österreicher? Melancholisch, aber trotzdem nicht die härteste Kost ever. Und irgendwie fühl ich da am meisten zu Hause. Interessant wär jetzt ob ich, wenn ich Frankreich geboren wäre mehr mit den (d)ort(s)-ansässigen Autoren anzufangen wüßte.

Written by nuechtern

May 22nd, 2007 at 2:48 pm

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abgelenkte Motivation

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Dass ich ja schon ein wenig länger veresuche mein Studium zu beenden ist für die, die mich kennen, kein Geheimnis; dass ich lieber Belletristik lese als wissenschaftliche Bücher auch nicht. Manchmal findet man in Romanen die Weisheit, die man nach 756 Seiten Foucault oder Baudrillard (oder Weber und wie sie alle heißen) noch immer nicht auf dem Honiglöffel kleben hat, in weitaus verdaulicherer Form.
Heute habe ich die passende Metapher für mein studentisches Stillstehen gelesen, dass mich doch tatsächlich wieder ein bißchen motivieren konnte: “(…) eine Art von bizarrem Wassertreten, nicht gänzlich passiv, aber auch nicht sonderlich produktiv.” (Arno Geiger: Es geht uns gut). Nett vom Herrn Geiger mir metaphorisch in den Hintern zu treten.

Written by nuechtern

January 23rd, 2006 at 3:02 pm