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Archive for the ‘lesbares’ Category

die alte kapitalismusdebatte

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Wallerstein sagt das Ende des Kapitalismus voraus (siehe da). Für solche Voraussagen muss man weder SoziologIn sein* – immerhin hat das PeterLicht auch schon ganz unsoziologisch gesungen/geschrieben – noch Alternativen zu bieten haben (außer dass man das dann als Kollaps/Krise/Umstrukturierung/whatever bezeichnet). Na gut, dann werde ich mich auch in die “Der Kapitalismus wird sterben”-ProphetInnen einreihen: Der Kapitalismus wird mal gestern gewesen sein.
Wenn man sich das allerdings genauer überlegt: solangs Menschen wie Sonja gibt, die den H&M und/oder den MediaMarkt leerkaufen (oder mich, die den Thalia oder andere nette kleine Buchgeschäfte leerräumen) ist das eigentlich ziemlich unwahrscheinlich.

*Praktisch ist das allerdings schon, weil man dann mit Wörtern wie “Kondratieff-Zyklus” herumwerfen/verwirren kann.

Written by mo

Februar 6th, 2009 at 9:01

Hütchenspiel

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Ich habe zwar keinen Borsolino Borsalino (Danke J.), aber trotzdem ziehe ich meinen Hut vor Luhmann.

Zwar ein wenig schwierig lesbar, aber geistreich – daran zweifelt ohnehin niemand – und sehr unterhaltsam. Tipp meinerseits: “die Beschreibung der Zukunft” (in Beobachtungen der Moderne).

Nachtrag: “Ökologie des Nichtwissens” haut fast noch mehr rein (selbes Buch).

Written by nuechtern

Oktober 18th, 2008 at 10:37

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Systemtheorie

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Luhmann: Beobachtungen der Moderne. Wieder ein Buch, das man nicht als Erzählung lesen sollte, obwohl solche Sätze wie “Und Handeln muß, um Konvergenz mit Natur zu erreichen, selbst Natur sein, also seine eigene Natur verwirklichen und nicht nur den Willen, der will, was immer er will” (Seite 68) das mitunter nahelegen; v.a. der hint auf “was immer er will” ist schon sehr unterhaltsam.

Nur: Taucht da nicht plötzlich der Begriff “re-entry” auf. Denke ich mir, gut, was sagt wikipedia dazu?
Das hier.
Was bitte?
Ich hab echt den Eindruck Leute wollen andere Leute nur verwirren. Das ist nämlich nicht der einzige Eintrag den ich auf Wikipedia so was von gar nicht verstehe.

Written by nuechtern

Oktober 17th, 2008 at 1:03

Indien – Timmerberg

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Ein Arbeitskollege (Danke P) hat mir Helge Timmerbergs Buch “Shiva Moon” geliehen, weil mir der Humor gefallen könnte. Und wie recht er hat.
Herr Timmerberg schreibt zwar über eine Reise durch Indien, was ich zwar generell nicht so spannend finde, aber, und da hat P recht, der Schreibstil des Herrn Timmerberg trifft genau meinen Geschmack – so in dem Sinn: der Dalai Lama ist erleuchtet, und Erleuchtete verspüren keinen Schmerz; deshalb kann man ihm auch nicht glauben wenn er meint der Zahnarzt sei gut. Helge Timmerberg ist kein Typ der sich dem spirituellen Glauben hingibt, er dekonstruiert also mehr oder weniger den Indienmythos, baut allerdings im Zuge seiner Erzählung ein Image auf, das, recht amüsant, wirklich Lust auf Indien macht – zumindest sein Indien. Soviel zu diesem Buch. Jetzt liegt es in der Sache selbst, dass ein Buch das nächste von selben Autor verlangt – zumindest wenn sie mir gefallen. Das hat zur Folge, dass der Paketzusteller schon jedesmal lacht, wenn wir uns sehen – was derzeit fast täglich vorkommt; der positive Effekt dabei ist, dass er keinen Ausweis mehr verlangt, wenn er mir meine Amazon-lieferung in die Hand drückt. Heute wars ein weiteres Timmerberg-buch: “Tiger fressen keine Yogis”. Und wenn ich schon weder Zeit noch Geld habe auf längere Reisen zu gehen, ist das glaub ich ein ganz guter Ersatz.

Written by mo

August 21st, 2008 at 9:27

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“Dem Volke dienen”

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In der Rückschau erscheint das Leben eines Menschen oft als eine ziemlich seichte Angelegenheit ohne tiefgriefende Widersprüche oder einen tieferen Sinn. Komplex ist es eher aus der Sicht des Autors, der darüber berichtet, als in der Wahrnehmung des Betroffenen selbst. Komödien sind meist einfach gestrickt und ohne allzu großen Tiefgang…
[Yan Lianke, "Dem Volke dienen", S67]

Written by nuechtern

Juli 14th, 2008 at 8:43

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die “Jungen”…

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Ich habe auf Anraten das Buch “Herr Kukas Empfehlungen” von Radek Knapp gelesen und bin wiedermal in meiner Meinung bestätigt worden, dass mir die Österreicher eigentlich am Liebsten sind. Literarisch zumindest. Warum?
Ums bei einem kurzen subjektiven literarischen Vergleich zu belassen, steck ich jetzt mal einfach alle Schreiberlinge in einen geografischen Sack: Die jungen Franzosen sind mir einfach zu morbid und kalt (teilweise auch zu pervers), vielleicht aber versteh ich den Humor einfach nicht; ich hab sie vor einigen jahren weggelegt und seitdem nicht mehr angegriffen. Ich hab auch nicht vor ihnen in der nächsten Zeit noch eine Chance zu geben. Die Deutschen? Auch wenn sie auf der Suche nach dem perfekten DDR-Roman sind (was ihnen ja meistens unterstellt wird), die Essenz kommt irgendwie immer witzig und leicht daher; gefallen mir schon besser; einige sogar wirklich gut; und die Österreicher? Melancholisch, aber trotzdem nicht die härteste Kost ever. Und irgendwie fühl ich da am meisten zu Hause. Interessant wär jetzt ob ich, wenn ich Frankreich geboren wäre mehr mit den (d)ort(s)-ansässigen Autoren anzufangen wüßte.

Written by nuechtern

Mai 22nd, 2007 at 2:48

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abgelenkte Motivation

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Dass ich ja schon ein wenig länger veresuche mein Studium zu beenden ist für die, die mich kennen, kein Geheimnis; dass ich lieber Belletristik lese als wissenschaftliche Bücher auch nicht. Manchmal findet man in Romanen die Weisheit, die man nach 756 Seiten Foucault oder Baudrillard (oder Weber und wie sie alle heißen) noch immer nicht auf dem Honiglöffel kleben hat, in weitaus verdaulicherer Form.
Heute habe ich die passende Metapher für mein studentisches Stillstehen gelesen, dass mich doch tatsächlich wieder ein bißchen motivieren konnte: “(…) eine Art von bizarrem Wassertreten, nicht gänzlich passiv, aber auch nicht sonderlich produktiv.” (Arno Geiger: Es geht uns gut). Nett vom Herrn Geiger mir metaphorisch in den Hintern zu treten.

Written by nuechtern

Januar 23rd, 2006 at 3:02